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Am 31.10. fand die Premiere des Stückes „Dreck am Stecken“ von und mit den Impropheten statt. Als Ermittlungsort diente die Linzer Tribüne.Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Reinigungsfirma Edel-Weiß (Birgit Schwamberger-Kunst, Doris Schüchner, Karin Schmid, Andrea Schnitt, Andreas Weiss, Konrad Lusenberger, Christian Scharrer). Ihr Alltag, bestehend aus dem Eintreffen neuer Putzmittel beziehungsweise einem Sarg und Gesprächen in der Zentrale, nimmt eine Wende, als die Mitarbeitenden zu einem neuen Putzauftrag gerufen werden. Auf der Baustelle wird eine Leiche gefunden. Edel-Weiß hat den Eindruck, dass die örtliche Mordkommission überfordert ist und macht sich selbst an die Ermittlungen. Die Angestellten auf der Baustelle (in Rollen die Impropheten als Polier, Architektin, Hausherrin, Sicherheitsbeauftragte, Drogenfahnder)  werden beschattet und befragt. Fast jede/r hätte ein Motiv gehabt, Mord zu begehen…Das Publikum bestimmt das Mordopfer, den Tatort, die Tatwaffe (in diesem Fall eine Axt) und schließlich auch Ermittlungsfragen, die auf Zettel geschrieben und auf die Bühne geworfen werden können. Unter denen, die den richtigen Tipp des/der Mörder/s/in abgegeben haben, wurden am Ende des Stückes 1x zwei weitere Freikarten verlost.“Dreck am Stecken“ ist auch für Improvisationstheaterneulinge verständlich, ohne dass es viel Erklärung bedarf. Die Schauspielenden leisten gute Teamarbeit, niemand drängt sich in den Vordergrund. Wenn eine Person meint, eine Frage an niemanden richten zu können, weil keiner im Raum sei, tritt prompt jemand zweites auf. Man hilft dem/der Kolleg/en/in auch gerne aus, wenn diesem/dieser gerade nichts einfällt oder eine Rolle mit dem falschen Namen angesprochen wird. Nicht-Vorhergesehenes wird spontan in das Stück eingebaut, bei dem niesenden Klavierspieler (Christian Althoff) wird beispielsweise geputzt und die Ursache im Staub bekundet. Die Ermittlungsfragen werden entdeckt, als man sie beinahe einsaugt. Und als der Handlungsort wechselt, reinigt eine Person eben nebenberuflich noch ein Café. Dieses Vorgehen bringt zusätzliche Lacher ein und lässt Peinlichkeiten gar nicht erst entstehen.

Die meisten Schauspieler/innen der Impropheten verkörpern in „Dreck am Stecken“ zwei Rollen, deren Unterschiede durch das Wechseln von Jacken oder Aufsetzen von Hüten (die Helme repräsentieren) optisch verdeutlicht werden. Genauso wie das Bühnenbild platzieren sich die Kostüme aber im Hintergrund, um dem Einsatz der Schauspieler/innen den Vortritt zu lassen. Das Klavierspiel umrahmt den knapp zweistündigen Krimi.

Einzig das Ende gestaltet sich- vermutlich aufgrund des Zeitdruckes – als etwas abrupt. Auf den/die Mörder/in gab es kaum Hinweise, so hatte sich diese Person verglichen mit anderen Rollen doch relativ unauffällig verhalten.

An das Publikum geht schließlich noch die Anregung, ob es tatsächlich immer prominente Namen wie „Justin Bieber“ oder ausgefallene Berufe wie einen Drogenfahnder braucht, um Improvisationstheater einen Pepp zu verschaffen. Es hebt sich ohnehin durch seine Form von klassischem Theater ab und spricht vergleichsweise mit diesem öfters auch jüngeres Publikum an.
Die Reinigungsfirma Edel-Weiß stellt sich am 15. November sowie am 13. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, weiteren Aufträgen. Zum Tatort wird erneut die Linzer Tribüne, im früheren Eisenhandtheater in der Eisenhandstraße 43, 4020 Linz.